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POL&IS Seminar in Bad Urach

polis2Wir, die Schülerinnen der Jahrgangsstufe 2 vom 4-stündigen Gemeinschaftskundekurs, waren vom Montag, dem 11. bis zum 13. Februar 2019 im Tagungszentrum „Haus auf der Alb“ der Landeszentrale für politische Bildung. Dort nahmen wir unter der Leitung von zwei Jugendoffizieren der Bundeswehr an einer Simulation teil.

POL&IS ist die Abkürzung für Politik & internationale Sicherheit, wohinter sich eine von den Jugendoffizieren der Bundeswehr durchgeführte dreitägige sicherheitspolitische Simulation verbirgt. Dabei finden sowohl politische, ökonomische als auch ökologische Aspekte internationaler Politik Berücksichtigung. Ausgehend von einer vorgegebenen politischen Situation werden die Teilnehmer, deren Handlungsoptionen sich aus ihren jeweiligen Rollen ergeben, in einer Art Planspiel aktiv. Sowohl die UNO, vertreten durch den Generalsekretär, als auch die Weltpresse, die Weltbank, diverse Nichtregierungsorganisationen sowie acht Regionen (Nordamerika, Europa, Japan, Arabien, Russland, China, Indien, Afrika) sind in der Simulation abgebildet, wobei in den Regionen jeweils drei Minister (Regierungschef, Staatsminister, Wirtschaftsminister) für die innen- und außenpolitischen Handlungen verantwortlich sind. Durch einen Aufbau in Phasen und klare Aufgabentrennungen werden so in vereinfachter Weise die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Abläufe der Welt nachgestellt.

Was sich zunächst ein wenig nach trockener politischer Theorie anhört, entwickelt sich in Wirklichkeit zu einer unvorhersehbaren Simulation, denn – auch wenn die Ausgangssituation der Länder vorgegeben wird – liegt es in der Hand der Teilnehmer, wie viel sie beispielsweise in Umwelt und Entwicklungshilfe, aber auch in militärische Auf- bzw. Abrüstung und ABC-Waffen investieren.

Um die Weltpolitik mit ihren Akteuren zum Leben erwecken zu lassen und das politische Geschehen realitätsnah simulieren zu können, werden mehrere Jahre, sogenannte POL&IS-Jahre durchgespielt. Hierbei dauert ein Jahr drei bis fünf Stunden und kann in verschiedene Phasen aufgeteilt werden. Es werden politische Aktionen im Land mit den jeweiligen Gremien besprochen, um dann die national vereinbarten Grundsätze in die Welt zu tragen und auf internationaler Ebene zu besprechen. So trafen sich alle Wirtschaftsminister mit der Weltbank, verhandelten gemeinsam und schlossen neue Bündnisse, während die Staatsminister Stationierungen und Einsätze durchführten oder die Regierungs- und Umweltminister Programme verfassten. Nach der Wiederholung von jenen nationalen und transnationalen Phasen fanden sich alle Politiker, Vertreter der Weltbank, Aktivisten und Journalisten im Rahmen der UN zusammen, um ihr Konzept zu präsentierten, um als NGO eine Jahresbilanz zu ziehen oder um die aktuellen Nachrichten in die Welt zu tragen.

Ein Ablauf der sich über die drei Tage der Simulation nach und nach immer mehr in eine Art Routine entwickelte.
Durch etwaige Veränderungen, die am Ende jedes POL&IS-Jahres durch die Spielleitung mitgeteilt wurden, musste sich jeder Akteur auf neue Herausforderungen und Probleme einstellen. Das machte die Simulation abwechslungsreich und ließ eine Art Spannungsfeld in der internationalen Politik entstehen, welches den Bezug zur Realität herstellte und uns Schülern das reelle Geschehen näherbringen sollte. Und da auch Politiker auf Zeit mal eine Auszeit brauchen,
konnten wir die Abende selbst frei gestalten und den vergangenen Tag in entspannter Runde bei unterhaltsamen Gesprächen revue passieren lassen.

Alles in allem waren die drei Tage trotz arbeitsintensiver Stunden jegliche Anstrengung wert. Selbst einmal Aufgaben von Politikern zu übernehmen, mit denselben Problemen konfrontiert zu werden und gezwungen sein, eine Lösung zu finden, die dem Gemeinwohl der Welt gerecht wird – keine leichte Aufgabe aber dafür ist der Wert, den diese Erfahrung mit sich bringt, umso größer.

Ein abschließender Dank gilt den beiden Jugendoffizieren Oliver Schendzielorz und Siobhán Whelan, die uns tatkräftig zur Seite standen, sich unseren Fragen stellten, auch wenn sie diese bereits zum zehnten Mal hören mussten,
sowie Frau Walz, die uns die Teilnahme an POL&IS ermöglicht hat.

Laura Amann, Madeleine Herter, Laura Schünemann / WZ

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11.06.2019; 10:33:50 Uhr - Dieser Artikel wurde bereits 1827 mal angesehen.